Canon EOS 760D: Profi-Features für kleines Geld

Canon EOS 760D im Test

Wer Profi-Features in einer Mittelklasse-DSLR sucht, der ist bei der Canon 760D genau richtig. Die digitale Spiegelreflexkamera ergänzt die Technik der 750D um bislang nur den Profi-Modellen vorbehaltene Extras wie Schulterdisplay und ein zweites Rändelrädchen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Mit den Profi-Features ist die Zielgruppe der 760D klar definiert – die Kamera ist perfekt für ambitionierte Hobbyfotografen und als Ersatzkamera für Profis, die vorrangig mit den PSAM-Modi arbeiten und dabei nicht auf ein Schulterdisplay verzichten wollen. Kurz zur Erläuterung, das Schulterdisplay liefert den schnellen und Akku schonenden Überblick über die Einstellung der Kamera. Über zwei Rändelrädchen kann der Fotograf an der 24.2 Megapixel starken DSLR der EOS-Familie jederzeit unkompliziert und schnell diese verändern.

Aber auch Fotoneulinge finden mit den von Canon zahlreich mitgelieferten Automatik-Modi jederzeit den Modus für ein schnelles und unkompliziertes Foto. Schnell und unkompliziert – so lässt sich auch treffend die intuitive Bedienung der Kamera über den 3 Zoll großen Touchscreen beschreiben. Mit dem schwenkbaren Display lässt sich die Kamera fast wie ein Smartphone steuern. Fokussieren per Fingerklick im Live-View, Bilder bei der Betrachtung mit der gewohnten Geste zoomen – alles kein Problem mit der 760D. Einziger Wermutstropfen beim Fotografieren im Live-View-Modus ist der langsame Autofokus und der höhere Energiebedarf. Deutlich schneller und akkuschonender ist hier die klassische Aufnahme durch den Spiegelreflexkamera typischen Sucher.

Auch bei wenig Licht stellt die 760D über den optischen Sucher mit 95% Sichtfeldabdeckung und den 19 Kreuzsensoren des 19-Feld-Autofokus jederzeit präzise scharf. Praktisch: Im Unterschied zur kleinen Schwester, der 750D, erkennt die 760D, wenn durch den Sucher der Spiegelreflexkamera geschaut wird und schaltet das 7,7 cm große Display automatisch ab.

Technik der Canon 760D

Technische Unterschiede zum Vorgänger oder der Schwesterkamera 750D sind nicht vorhanden. Das bedeutet aber nicht, dass die Technik der 760D schlecht ist – ganz im Gegenteil. Canon stattet die DSLR mit einem 22,3 x 14,9mm großem CMOS-Sensor mit 24,2 Megapixel Auflösung aus. Die Lichtempfindlichkeit lässt des APS-C-Sensors lässt sich von ISO 100 bis ISO 25.600 einstellen, bis ISO 1.600 auch mit vertretbarem Rauschen. Wie alle Mittelklasse-DSLR hat auch die EOS 760D das EFS-Bajonett. An dieses lassen sich alle EF oder EF-S-Objektive von Canon und anderen Herstellern anschließen.

Die Kamera läuft mit dem Akku des Typs . Ein passendes Ladegerät für den Akku mit einer Kapazität von 1.040 mAh liegt der Kamera bei. Fotos und Video speichert die Kamera auf SD und SDHC Karten. Anschlusstechnisch bietet die Kamera vier Schnittstellen: Zum einen auf der linken Seite Buchsen für ein Mikrofon und Fernauslöser. Zum anderen auf der rechten Seite einen Mini-USB und Mini-HDMI-Port. Ein Blitzschuh für Blitze der Canon Speedlite Serie und eine Stativ-Gewindeaufnahme sind selbstredend auch vorhanden. Der interne Blitz mit einer Leitzahl von 12 hilft bei schlechten Licht gerne auch mal aus.

WLAN und Film-Funktion

Wie auch schon die Vorgänger bietet auch die 760D ein integriertes WLAN-Modul. Nach einer etwas fummeligen Einrichtung lassen sich damit danach wunderbar Aufnahmen vom Smartphone aussteuern. So kann man am Smartphone Bildausschnitt und Einstellung schnell überblicken. Ein Feature das zum Beispiel bei Langzeitaufnahmen, bei der sich die Kamera auf einem Stativ befindet, sehr nützlich ist.

Bilder schießt die Kamera mit 5 Bildern pro Sekunden bei JPG-Aufnahmen. Die maximale Auflösung der Bilder beträgt 6.000 x 4.000 Pixel.

Die DSLR bietet ebenfalls eine Filmfunktion. In FullHD (1920x1080px) lassen sich Filme mit maximal 30 Bildern/Sekunden aufnehmen. Wer 60 Bilder pro Sekunde haben will, muss die Auflösung auf 720p zurückstellen. Ton würde über das interne Stereomikrofon mitgeschnitten. Die Empfindlichkeit ist im Menü der Kamera anpassbar. Auch ein externes Mikrofon lässt sich, wie bereits angesprochen, anschließen.

Handhabung

Die Kamera liegt gut in der Hand. Sie ist kompakt und verhältnismäßig leicht mit 566g. Besonders gut gefallen uns das beleuchtbare Schulterdisplay und die zwei Rändelrädchen. Vor allem ambitionierte Fotografen, die im manuellen Modus fotografieren, werden die Möglichkeit des schnellen Überprüfens und Anpassens der Einstellungen zu schätzen wissen. Es lassen sich innerhalb von Sekunden z.B. Sensorempfindlichkeit, Blende, Verschlusszeit, Ladestand des Akkus und Belichtungskorrektur ablesen. Die Bedienung über Live-View ist ebenfalls problemlos möglich. Unserer Meinung nach ist jedoch das klassische Fotografieren durch den Sucher der Kamera immer noch angenehmen.

Die Betrachtung der Bilder über das große Display geht wunderbar von der Hand. Für einfache Bearbeitungen und Spielerei wie Kreativfilter bietet die 760D Möglichkeiten der direkten Bearbeitung in der Kamera.

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Das Spiegelreflexkamera-tests.net Fazit:

Die 760D ist den Aufpreis gegenüber der 750D unserer Meinung nach Wert. Während die Technik identisch ist, so ist die Bedienung durch die zusätzlichen Features besser. Der Käufer der 760D erhält eine digitale Spiegelreflexkamera, die Profis-Features (z.B. 19 Kreuzsensoren, Kontrolldisplay, zwei Rändelrädchen) bietet und auch dem ambitionierteren Fotografen gerecht wird. Im Vergleich zur 70D oder 80D muss der Käufer auf ein wassergeschütztes Gehäuse und AF-Feinabstimmung verzichten, erhält jedoch für einen deutlich geringere Preis eine Kamera, die sich von den meisten Einsteiger / Hobbyfotografen-Kameras absetzt.

Canon EOS 760D

Canon EOS 760D
9

HANDLING

9/10

    AUSSTATTUNG

    9/10

      BILDQUALITÄT

      9/10

        VERARBEITUNG

        9/10

          PREIS / LEISTUNG

          9/10

            Vorteile:

            • integrierte Wi-Fi- und NFC-Funktion
            • liegt gut in großen und kleinen Händen
            • gute Bildqualität
            • schwenkbares Touch-Display
            • zweites Rändelrädchen, Schulterdisplay

            Nachteile:

            • keine GPS-Funktion
            • kein Spritzwasserschutz
            • hoher Akkuverbrauch im Live-View-Modus