Interview mit Thomas über seine Website besserfotografieren.com

besserfotografieren

In unserer Reihe darf auch der Blog von Thomas nicht fehlen. Diesen betreibt er seit 4 Jahren und ein regelmäßiger Besuch lohnt sich auf jedem Fall. Jetzt aber erst einmal zum Interview.

Guten Tag Thomas. Bitte stelle dich meinen Lesern vor.

Ich bin 30 Jahre und fotografiere bereits mein halbes Leben lang leidenschaftlich gerne. Seit 2011 schreibe ich unter besserfotografieren.com über meine eigenen Erfahrungen und gebe Tipps für Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen. Das macht mir wirklich große Freude, weil ich so natürlich selber auch viel bewusster fotografiere und dadurch auch so einiges lerne.

Angenehmer Nebeneffekt ist, dass ich viele neue Kontakte knüpfen kann. Viele Leser schreiben mir ihre fotografischen Fragen, was mich wirklich sehr freut.

Seit Anfang 2015 bin ich neben meinem selbständigen Hauptberuf als Werbeagentur auch Berufsfotograf.

Ansonsten bin ich verheiratet und habe zwei wundervolle Kinder, die mittlerweile meine bevorzugten Fotomodels sind 🙂

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Meine erste Kamera – damals noch analog – bekam ich zur Firmung geschenkt, doch bald startete ich digital durch. Auf meinem fotografischen Weg konnte ich sehr von meiner Freundschaft zu einem Berufsfotografen profitieren, der mir mit Leihkameras, Tipps und Feedback unglaublich geholfen hat.

Was für eine Spiegelreflexkamera benutzt du?

Ich fotografiere mit der Spiegelreflexkamera Canon EOS 7D. Das war Liebe auf den ersten Blick. Keine andere Kamera konnte alle meine Wünsche so perfekt abdecken. Die Mark II wird ziemlich sicher meine nächste Kamera.

Meine Zweitkamera ist mein iPhone 5S. Überall, wo es hell ist und es mir hauptsächlich um die Dokumentation für mich selbst geht, ist das iPhone mittlerweile meine erste Wahl, weil die Fotoqualität wirklich mehr als ausreichend ist und ich so nicht immer 3 Kilo oder mehr herumschleppe, so wie ich das noch vor wenigen Jahren gemacht habe.

Woran hast du beim Fotografieren am meisten Spaß?

Das macht die Fotografie für mich so spannend. Woran ich Spaß habe wechselt ständig. Derzeit probiere ich viel mit available light Portraits und Landschaftsfotografie. Aber auch das entfesselte Blitzen ist für mich schon seit einiger Zeit ziemlich interessant.

Wieviele Bilder musst du machen, bis das Richtige dabei ist?

Das variiert stark – je nach Motiv. Wo ich selbst alles in der Hand habe, brauche ich nicht viele Bilder, um das für mich Richtige zu erhalten. Vielleicht ein Verhältnis 5:1. Bei Portraits und generell Peoplefotografie ist das eine andere Sache, weil hier mehrere Faktoren ins Spiel kommen: Bewegungen, geschlossene Augen, der persönliche Geschmack des Models usw. Hier schieße ich eher 10-15 Fotos für eines, das es letztendlich in die Top-Auswahl schafft.

Allgemein fotografiere ich schon eher viel, um hinterher eine gute Auswahl zu haben. Oft weiß ich noch nicht, wofür das Bild verwendet wird. Verschiedene Verwendungen können sehr unterschiedliche Anforderungen an das Format und die Positionierung des Motivs und die „Menge“ an Hintergrundfläche haben. Beispielsweise Verwendung als Teaserimage auf einer Website. Daher mache ich oft Varianten mit verschiedenen Ausschnitten.

Du betreibst einen Fotoblog. Was genau findet man dort und an wen richtet sich der Blog?

Auf besserfotografieren.com findet der Einsteiger solides, fotografisches Grundwissen zur Kameratechnik und wie man bessere Fotos machen kann. Die Fototrainings sind sehr konkrete Anwendungsfälle, wo dann diese Grundlagen angewendet werden und spezielles Wissen zum Beispiel zu Foodfotografie vermittelt wird.

Der Bereich Fotoideen soll etwas Inspiration bieten. Das ist vor allem für angehende Hobbyfotografen interessant, die gerne starten möchten, aber nicht wissen, womit.

Der Blog richtet sich an alle Hobbyfotografen, ganz besonders an Einsteiger und alle, die gerne bessere Fotos schießen möchten.

Wie bist du auf die Idee gekommen deinen eigenen Fotoblog zu starten?

Ich habe einige Zeit davor schon eine Website zum Thema Aquaristik – meinem zweiten großen Hobby – gestartet (www.aquariumeinrichten.com). Die Seite war von Beginn an recht erfolgreich und da dachte ich, mache ich das gleiche für die Fotografie auch.

Welches Fotografie-Projekt war dein bisher Anspruchsvollstes? Und weshalb?

Da fällt mir ganz eindeutig eine Hochzeit ein, bei der ich fotografiert habe. Die Herausforderung ist hier neben der langen Dauer (ich habe fast 12h fotografiert), die Vielfalt an fotografischen Disziplinen, die bei einer Hochzeit zusammen kommen. Portraits, Makros, Gruppenfotos, Eventfotos, Dokumentation, Partyfotos… In der Kirche waren auch sehr anspruchsvolle Lichtbedingungen.

Mit dem Ergebnis war ich eigentlich sehr zufrieden, es hat Freude gemacht, aber es war unglaublich anstrengend und ich habe mir geschworen, dass ich das in Zukunft nur noch für viel Geld machen werde.

Wo soll es mit besserfotografieren.com zukünftig noch hingehen? Was ist geplant?

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Monaten ausreichend Zeit finde, einige Foto Aufträge zu machen, um mit der dabei gewonnenen Erfahrung neue, spannende Artikel für BF zu schreiben.

Insgesamt möchte ich noch viel mehr konkrete Trainings machen wie zB. Training für Foodfotografie oder Fototraining Mitziehen. Die finde ich persönlich am spannendsten, weil ich selbst so am meisten gelernt habe und noch immer lerne.

Erzähle mir doch bitte ein bisschen mehr über das Buch deines Bruders „Stop Motion Animation“.

Ich bin unglaublich stolz auf ihn, dass er das geschafft hat. Die Chance dazu hat er bekommen, weil ein Verlag über seinen Blog auf ihn aufmerksam wurde.

Das Buch erklärt sehr detailliert, wie man Stop Motion Filme erstellt. Von der Gestaltung des Sets über Themen wie Bewegung und natürlich Fotografie bis zum Zusammenfügen zu einem fertigen Stop Motion Film.

In den Beispielen werden Sets und Charaktere aus LEGO gezeigt. LEGO Figuren lassen sich nämlich sehr gut bewegen, was für die vielen Einzelfotos, die für so einen Stopmotion Film erforderlich sind, sehr hilfreich ist.

Zum Schluss würde ich mich noch über 3 Tipps freuen, die man deiner Meinung nach bei der Foodfotografie beachten sollte.

1. Stativ verwenden

Ein Stativ ist wirklich ein Muss bei der Food Fotografie. Nicht nur, weil die Fotos so knackscharf werden, sondern weil es bei der Spesenfotografie um mini-kleine Details geht. Foto für Foto nähert man sich mit kleinen Änderungen an das ideale Bild an. Ohne Stativ sind kleine Änderungen nicht möglich, weil du beim freihändigen Fotografieren immer wieder einen etwas anderen Abschnitt hast.

2. Achte sehr genau auf das Licht

Das Licht ist wie bei allen anderen Fotodisziplinen der Hauptdarsteller. Wenn du eine wunderschöne Speise ohne Blick auf das Licht fotografierst, wirst du in der Nachbearbeitung unangenehm überrascht sein. Ein unschöner Schlagschatten nach vorne oder zur Seite kann dein Food Foto killen. Wenn du den Blick für das Licht nicht hast, fällt dir das beim Shooting selbst nicht auf, weil unser Auge eine Szene ganz anders wahrnimmt, als eine Digitalkamera.

3. Kontraste und Linien bewusst einsetzen

Dunkle Speisen vor hellem Hintergrund und umgekehrt. Diese Kontraste haben sich gut bewährt. Außerdem macht es ein Bild viel spannender, wenn natürliche Linien der Speise, im Bild auf interessante Art und Weise eingesetzt werden, um den Blick des Betrachters zu lenken. Beispielsweise viele Parallelen oder Salatstängel, die im Bildausschnitt diagonal verlaufen. Solche Details machen den Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem Foto aus, bei dem sich jemand etwas gedacht hat.