Sicherheit bei Internetbestellungen

Hochwertige Spiegelreflexkameras und ihr Zubehör kosten viel Geld. Da ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass viele Menschen im Internet nach besonders günstigen Schnäppchen Ausschau halten. Leider zahlen sie dabei oft drauf, indem sie Betrügern und Bauernfängern auf den Leim gehen. Aus gegebenem Anlass daher hier ein Ratgeber zum sicheren Einkaufen online.

Das üble Spiel der Fake-Shops

Immer wieder fliegen Betrügereien mit sogenannten Fake-Shops im Internet auf. Angebliche Onlineshops, die sehr professionell und realistisch aussehen und mit unglaublich tollen Preisen locken. Wenn da die begehrte Spiegelreflexkamera nur noch 800 Euro statt 1.400 Euro kosten soll, setzt schnell der Verstand aus. Allein im Jahr 2015 beliefen sich die Schäden durch Fake-Shops in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamtes auf rund 7,5 Millionen Euro. Wie also können sich Verbraucher schützen?

So erkennst du seriöse Onlineshops

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Ein ganz besonders wichtiges Merkmal sind die auf der Website zur Verfügung gestellten Informationen. Bei einem seriösen Onlineshop wie zum Beispiel kamera.net ist direkt auf der Startseite das Impressum zu finden. Dieses listet den Namen des Geschäftsführers, eine postalische Adresse, eine Telefonnummer und den Eintrag im Handelsregister auf. Dies bedeutet: Sollte es zu Problemen kommen, ist der Verkäufer eindeutig zu identifizieren und zu erreichen. Gütesiegel wie das von „Trusted Shops“ sind ebenfalls ein positives Merkmal, allerdings kann dieses auch gefälscht werden.

Einen weiteren Hinweis auf die Seriosität liefern die Zahlungsmethoden: Ein guter Onlineshop bietet zum Beispiel grundsätzlich Kreditkartenzahlung an, sowie meistens die Möglichkeit der Sofortüberweisung und der Zahlung per PayPal. Diese schützen den Käufer, da Zahlungen noch rückgängig gemacht werden können. Bietet ein Onlineshop ausschließlich Vorkasse an, sollten dagegen alle Alarmglocken schrillen. Außerdem sollten Zahlungen grundsätzlich nur über einen sicheren Server (https://) erfolgen

Es lohnt sich auch, einen genaueren Blick auf die Inhalte zu werfen: Ist das Deutsch auf der Website fehlerfrei? Sind die Herstellernamen korrekt geschrieben? Sicher kann es auch einem seriösen US-amerikanischen oder niederländischen Onlineshop passieren, dass sich bei der Übersetzung der deutschen Website der ein oder andere Fehler eingeschlichen hat, vor allem wenn der Übersetzer kein Muttersprachler ist. Doch dies ist nichts im Vergleich zu vielen Fake-Shops, bei denen Übersetzungen automatisch mit Google Translate erstellt oder Textbausteine von echten Onlineshops zusammengeklaut wurden.

Die Verbraucherzentrale NRW hat einige nützliche Tipps zum Erkennen von Fake-Shops zusammengestellt. Ein letzter Tipp: Ist nur der Name des Shops unbekannt, doch ansonsten scheint alles seriös zu sein, lohnt es sich immer, den Shop zu googeln und zu sehen, was andere Kunden zu ihm zu sagen haben.

Das Problem Marketplace

Mal eben bei Amazon nach einem günstigen Fotodrucker gesucht, auf ein Angebot geklickt und beim Marketplace gelandet: Soweit nichts Ungewöhnliches. Mit dem Marketplace bietet Amazon ein Portal für Drittanbieter. Sie profitieren vom Bekanntheitsgrad von Amazon und den unzähligen Suchanfragen, der Kunde profitiert von der Sicherheit bei Amazon. Theoretisch. Denn leider hat sich auch Marketplace zum Tummelplatz für Betrüger entwickelt.

Daher ist Vorsicht angesagt, sobald es um teure Einkäufe bei Amazon geht: Die Bestellung sollte grundsätzlich über das Amazon-System erfolgen. Fordert der Verkäufer auf, die Bestellung und Bezahlung außerhalb von Amazon abzuwickeln – sofort Finger weg. Steht bei Amazon „Verkauf durch [Dritten]“ lässt sich der Name des Drittanbieters generell anklicken. Dann sollte sich ein Impressum des Verkäufers mit Kontaktdaten u.a. öffnen, sowie Feedback anderer Käufer. Doch auch hier sollte im Zweifelsfalle noch einmal nach dem Anbieter gegoogelt oder bei Amazon nachgefragt werden.

Im Zweifelsfall: Gehirn einschalten

Im Internet gilt leider die alte Wahrheit: „Was zu schön aussieht, um wahr zu sein, ist zu schön, um wahr zu sein“. Eine hochwertige Spiegelreflexkamera, die bei den großen Onlineshops für etwa 800-1.000 Euro zu haben ist, kann nicht urplötzlich bei einem kleinen Shop für 400 Euro angeboten werden. Daher lieber misstrauisch sein, Angebote sorgfältig prüfen und Preisvergleiche anstellen. Selbst wenn das Objekt der Begierde dann bei einem großen Onlineshop 50 Euro mehr kostet als bei einem unbekannten Mini-Onlineshop, sind dies meist 50 gut investierte Euro, die Sicherheit (und Seelenfrieden) bei der Bestellung garantieren.

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