Wie funktionieren 360 Grad Kameras?

360 Grad Kamera

360 Grad Kameras werden auch synonym mit dem Begriff Omnidirektionale Kameras verwendet. Das Grundprinzip besteht darin, dass Aufnahmen in einem Bereich von 360 Grad horizontal als auch vertikal erstellt und wiedergegeben werden. Was wir heute verwenden um z.B. einen beeindruckenden Aussichtspunkt festzuhalten, hat seine Ursprünge in der Militärtechnik um dort als Überwachungsgerät zu dienen. 360 Grad Kameras sind längst zu einem Konsumgut geworden und je nachdem, welche Technik verbaut ist, recht erschwinglich zu erwerben.

Kamera mit zwei Linsen

Bei dieser Aufnahmeart ergänzen sich zwei gegenüber voneinander liegende Kameras um zusammen eine 360 Grad Kamera Aufnahme zu erstellen. Jede Kamera deckt für sich einen Winkel von 180 Grad ab und kann mit Hilfe der verbauten Software zu einer vollständigen 360 Grad Aufnahme zusammengeführt werden. In der Fotografie bezeichnet man diese auch als Stitching. Bei weniger weit entwickelten Softwares kann es beim Zusammenführen der beiden Aufnahmen zu Versetzungsfehlern kommen. Tritt ein solcher Fall ein, so bezeichnet man dies als Stitching-Fehler. Was bei vielen Endverbrauchern für die Anschaffung einer solchen Kamera spricht, ist der relativ günstige Preis.

Mosaikbasierte Kamera

Der Begriff Mosaikbasierte Kamera bezeichnet ein Gerät bei dem mehrere verbaute Kameras zusammen eine 360 Grad Aufnahme ergeben. Jede einzelne Kamera nimmt bei dieser Bauart einen einzelnen „Mosaikteil“ der finalen Aufnahme auf. Die Anzahl der benötigten Kameras variiert hierbei je nachdem, über was für eine Brennweite die einzelnen Objektive verfügen.

Nutzer mit einem hohen Anspruch an die Qualität der Aufnahme entscheiden sich häufig für die Mosaikbasierte Kamera um mögliche Stitching-Fehler weitestgehend zu vermeiden. Als Einsteiger kann man auch mit einer Kamera mit zwei Linsen gute Erfahrungen sammeln.

Einen ausführlichen Vergleich der beiden Modelle findet Ihr auch auf der Website 360 Grad Kamera Test.

360 Grad Kamera Vergleich

Foto: pixabay.com

360 Grad Kamera Vergleich

Die Preise von 360 Grad Kameras lagen noch vor 1-2 Jahren bei über 300€. Mittlerweile gibt es schon Modelle für unter 100€, die aus Asien importiert werden. Die Qualität der 360 Grad Kameras schwankt oft mit dem Preis. Weitere ausschlaggebende Faktoren sind in der Tabelle aufgeführt. Die drei Modelle im 360 Grad Kamera Vergleich sind Beispiele für derzeit beliebte Kameras im Hobby Einsatzbereich. Die Samsung Gear ist eine 360 Grad Kamera mit zwei Linsen, einen ausführlichen Einsatz-Test zu dem Modell findet ihr auf Chip. Das Modell Ricoh Theta S wurde bereits 2015 auf der IFA vorgestellt und bietet im Vergleich zu dem anderen beiden Modellen eine relativ niedrige Auflösung. Die Kodak SP360 Extreme Pixpro bietet als einzige der drei aufgeführten Modelle einen Spritzwasserschutz.

Ricoh Theta SSamsung Gear 360 (2017)Kodak SP360 Extreme Pixpro
Auflösung1920 x 10804096 x 20482880 x 2880
Grad-Bereich (bei Aufnahme)360 x 360360 x 360360 x 360
Wasserdicht?neinneinSpritzwasserschutz
Kompatibles BetriebssystemAndroid, iOSAndroid, iOSAndroid, iOS, Mac, Windows
PreisCa. 330€Ca. 220€Ca. 285€

Die Technik schreitet immer schneller voran, dies gilt auch für die Entwicklung der 360 Grad Kameras. Neben den drei oben aufgeführten Kameras gibt es eine Vielzahl von anderen Modellen, die gefühlt im wöchentlichen Rhythmus veröffentlicht werden. 

Virtual Reality Geräte vs 360 Grad Kameras

360 Grad Kameras werden oft als Virtual Reality Tool verallgemeinert, dies lässt sich jedoch nicht so einfach pauschalisieren. Der entscheidende, große Unterschied zwischen beiden Begrifflichkeiten ist die Interaktion mit der virtuellen Umgebung. Bei Virtual Reality Tools wird der Nutzer in eine virtuelle Welt versetzt, in der er sich bewegen kann und z.B. in diese virtuelle Welt eingefügte Gegenstände berühren kann.

Um diesen Effekt möglichst real wirken zu lassen wird Virtual Reality auch oft mit Hilfe der Beeinflussung weiterer Sinne erzeugt. Kopfhörer beeinflussen den Hörsinn der Nutzer und spezielle Handschuhe ermöglichen es spezifische Berührungen vorzutäuschen. Zusammenfassend kann man sagen, dass bei VR die Umgebung kontrolliert werden kann während bei der Ansicht von einfachen 360 Grad Aufnahmen keine Interaktion entsteht.